Wir freuen uns über die Nominierungen für die Longlist "Deutscher Buchpreis 2010"

Olga Martynowa
Sogar Papageien
überleben uns
Droschl Verlag

 Olga Martynova, Lyrikerin und Essayistin, fächert in diesem verspielten und klugen Roman mit bezaubernder Leichtigkeit das Schwierigste vor uns auf: die vielen Seiten der Vergangenheit, dieses Gleiten von Positionen und Ansichten, das nur die Literatur vermitteln kann. Wir lesen von den literarischen Avantgardisten rund um Charms und Vvedenskij, von der Gegenwart des Jüdischen in vielen Bereichen der Alltagskultur, wir erfahren von Hippies und Landkommunen in Innerasien, von Autostopp-Reisen nach Sibirien und von buddhistischen Klöstern. Die Vergangenheit ist nicht vergangen und das gilt nicht nur für diese private Geschichte: "Ich habe Angst vor den Geheimnissen der Zeit..."

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Auch alle anderen nominierten Romane finden Sie in der Buchhandlung! Wir wünschen uns und den Autorinnen und Autoren Ihre Entdecker&Leselust. Und vielleicht entdecken Sie zwischen und neben den Büchern der grossen Publikumsverlage auch die kleinen grossen Buchperlen der Friedenauer Presse, Berenberg und Dörlemann Verlag...
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Roberto Bolano
Exil im Niemandsland. Fragmente einer Autobiographie

Berenberg Verlag

Roberto Bolaño, in Chile geboren, in Mexiko aufgewachsen, in Spanien zu literarischem Weltruhm gelangt und früh gestorben, ist so etwas wie der Fliegende Holländer Lateinamerikas: wie wenige hat er das Exil kennengelernt – und sich dazu unsentimentale Gedanken gemacht. Sie bilden den roten Faden dieser Fragmente zur Autobiographie eines Umhergetriebenen. Das Lied vom traurigen Latino, der im kalten Exil die warme Heimat besingt (wo Mord und Totschlag herrschen) hat dieser Autor nie mitgesungen. Bolaño ist sein Leben lang durch die Welt gereist, gezwungen, freiwillig, immer aber mit äußerster Intensität. In diesen Artikeln, Essays und Reisebildern kann man nachlesen, wie krumm die Wege waren, auf denen er zum Herold der latein­amerikanischen Gegenwartsliteratur wurde.


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Patrick Leigh Fermor
Mani. Reisen auf der südlichen Peleponnes

Dörlemann Verlag

Sommer 1952. Als Patrick Leigh Fermor 37-jährig über das Taygetos-Gebirge in das bitterschöne Land der Manioten bis an den südlichsten Zipfel der Peloponnes wandert, ist er in seiner Heimat bereits ein Kultautor. "Es gibt kaum einen Fels oder Bach, zu dem es keine Schlacht und keinen Mythos gibt, kein Wunder, keinen Aberglauben, keine Geschichte... Meine Streifzüge durch Griechenland gelten den entlegensten Landstrichen, denn dort findet man, wonach ich suche."

Die Süddeutsche Zeitung über Mani: "Die schönste, berührendste Szene des ganzen Buches, ja der gesamten Reiseliteratur seit der Odyssee findet sich auf Seite 58 der neuen nun, wie alle Bücher Fermors, im nicht genug zu lobenden Dörlemann Verlag erschienenen Ausgabe."
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Horst Hussel
Aprillenwetter.
Geschichten und Dramolette

Friedenauer Presse

Der Unsinn kommt, gemessen an seiner unverhohlenen Weltherrschaft, in der Literatur immer noch zu kurz. Sie wollen gern Sinn stiften, unsere ernsten Schriftsteller. Andere müssen dann dafür sorgen, daß er wieder stiften geht, der Sinn. Zu diesen Hochherzigen gehört Horst Hussel. Wir dürfen ihn mit Paul Scheerbart, Daniil Charms, Kurt Schwitters und anderen im Gefolge des Meisters des Absurdismus sehen: Don Quichote, der die Route vorgegeben hat mit der Maxime: "Die Kunst liegt darin, ohne alle Ursache unsinnig zu werden."
Horst Hussel, Jahrgang 1934, rundum passionierter Buchmensch, - Bücher schreibend, gestaltend, verlegend - ist ein leiser agent provocateur. Seine kurzen, komprimierten Texte geben als burlesk poetische Spiegelungen des Unverständlichen luzide Einblicke ins Innere des verrückten Hirns, das die Welt zu sein scheint.
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Benjamin Stein
Die Leinwand
 
Beck Verlag

Ein Spiegelkabinett mit zwei Eingängen: Hinter beiden Buchdeckeln beginnt je eine Geschichte. Genau in der Mitte kommt es zur Konfrontation, treffen die beiden Erzähler aufeinander. Amnon Zichroni besitzt die Fähigkeit, Erinnerungen anderer Menschen nachzuerleben. Geboren in Jerusalem und streng jüdisch erzogen, lässt er sich in Zürich als Analytiker nieder. Dort begegnet er dem Geigenbauer Minsky, den er ermuntert, seine traumatische Kindheit in einem NS-Vernichtungslager schreibend zu verarbeiten. Beider Existenz steht auf dem Spiel, als der Journalist Jan Wechsler behauptet, das Minsky-Buch sei reine Fiktion ...
Ein faszinierender, spannender Roman über die Unzuverlässigkeit unserer Erinnerungen und das Ringen um Identität.

 

TASCHENBUCHNEUERSCHEINUNGEN

Lucia Punezo
Der Fluch der Jacinta Pichimahuida

ASADO VERBAL
Junge argentinische Literatur

Verena Rossbacher
Verlangen nach Drachen

Tilman Rammstedt
Kaiser von China

John Wray
Retter der Welt

Jasmin Ramadan
soul kitchen

GERBRAND BAKKER
Oben ist es still

NICOLAS BOUVIER
Das Leere und das Volle